Mittwoch, 27. März 2013

Vom Punkt zu Punkt

Es macht Luisa Spaß, in Deutschland durch die Straßen zu laufen. Man kann schlendern, man muss nicht schauen, wer das ist, der einem entgegen kommt, man kann auch einmal in Straßen abbiegen, die man noch nicht kennt. Schlicht, man hat keine Angst.
Jedes Mal, wenn sie wieder in Besuch in Brasilien ist, muss sich Luisa zunächst einmal diese Unbekümmertheit abgewöhnen.
Niemand der bei Verstand ist, schlendert durch die Straßen. Man kennt seine Route und geht zügig und geradlinig von Punkt zu Punkt. Und wenn man eine Strecke noch nicht gelaufen ist, dann fragt man andere wie man am besten geht oder schaut auf einen Stadtplan und versucht, sich die Route einzuprägen.
Als sie neulich einmal wieder in Brasilien war und sich noch nich vollends angepasst hatte, begleitete sie ihren Vater auf seinem Weg zum Supermarkt.
Ihren langsamen Gang nahm er noch hin, aber als sie immer wieder anhielt, um Fotos zu machen, hielt er es nicht mehr aus und fragte sie "Luisa, bist du von allen guten Geistern verlassen? Was machst du da? Hast du alles verlernt!?"
Und, im Nu machte es klick bei ihr, sie packte die Kamera flugs weg und schaltete auf den brasilianischen Laufmodus um.

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